Skipper Interview

Wer ist Pavel Saviankou? Erfahren Sie mehr!

 

Pavel, wie bist du zum Segeln gekommen?
2008 hat mich ein Freund auf einen Törn mitgenommen. Wir sind von Stettin (in Polen) nach Bornholm (Schweden) und zurück gesegelt, auf einem hölzernen Boot mit nur zwei Metern Breite. Ich war sofort fasziniert – bei dieser Art zu Reisen ist man Wind und Wetter ausgeliefert und muss das Beste aus dem machen, was kommt. Ein Abenteuer! Man kontrolliert das Boot mit Hilfe einfacher Techniken, wie es Segler schon seit Hunderten von Jahren machen – das ist schon ein Stück Seefahrerromantik. Nach diesem Törn gab's kein Halten mehr.

Wie viel Zeit hast du schon auf dem Wasser verbracht?
Ich war auf etwa 30 Törns, fünfmal als Crewmitglied, auf den restlichen als Skipper. Die meisten Törns waren eine Woche lang. Insgesamt komme ich auf über 6000 Seemeilen (11000 km).

Wie wird man Skipper?
Wer ein Boot ausleihen will, braucht normalerweise nur den Küstenschifferschein (SKS) – Skipper zu werden ist daher einfach. Schwieriger ist es, ein verantwortungsbewusster Skipper zu werden, der auch mit schwierigen Situationen klar kommt: Mit stürmischem Wetter, Materialproblemen, Unfällen, Stress unter den Crewmitgliedern... Diese Dinge lernt man am besten durch Erfahrung, weshalb ich in jeder freien Minute Segeln gehe. Außerdem habe ich viele Weiterbildungen gemacht, nachdem ich die Basis-Ausbildung abgeschlossen hatte (Motorbootführerschein SBF, Küstenschifferschein SKS, Funkzeugnis):

- Den Schein für gewerbliches Segeln an der Küste (SSS)
- Den Schein fürs Hochsee-Segeln auf internationalen Gewässern (SHS)
- Schwerwettertraining
- Mechanik-Kurs zu Schiffsmotor und Bordelektrik
- Umgang mit Pyrotechnik („Pyroschein“, FKN)
- Spinnaker- und Regattatraining
- ISAF-Zertifikat für internationale Regatten
- „Sicherheit auf See“: Ein Training für Notfallsituationen - erste Hilfe auf See, Leck- und Feuerbekämpfung, Umgang mit Rettungsmitteln etc.
...außerdem bringe ich grundsätzlich ein Zusatz-Sicherheitspaket mit an Bord (mit zweitem GPS, AIS, zusätzlichen Rettungsmitteln wie einer Rettungsschlaufe, extra Scheinwerfer...).

Die letzten Jahre über konnte ich einige schwierige Situationen lösen und bin daher zuversichtlich. Man darf auch nicht vergessen, dass moderne Yachten sehr sicher sind. Die Zusatztrainings sind daher nicht verpflichtend für Skipper. Ich gehe einfach lieber auf Nummer Sicher.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich bin immer auf der Suche nach Neuem. Gerade würde es mich besonders reizen, in der Südsee oder auf dem Atlantik zu segeln, bei den kanarischen Inseln – oder auch in den Schäreninseln vor Finnland. Um mal etwas ganz anderes auszuprobieren plane ich auch einen Motorboottrip auf der Mosel. Alles kann ein Abenteuer sein: Ein neues Segelrevier, ein neuer Bootstyp, oder auch neue sportliche Herausforderungen. Für mich persönlich arbeite ich gerade am britischen „Yachtmaster“-Zertifikat – es ist die höchste Qualifikation, die man als Sportboot-Skipper erreichen kann.

Apropos Herausforderungen: Ist es schwierig, bei jedem Törn neue Crewmitglieder an Bord zu haben?
Nein. Ich lerne gerne neue Leute kennen, und es ist toll zu sehen, wie sie Fortschritte machen. Viele sind am Anfang schüchtern, tauen aber in den ersten Tagen auf. Die Teamarbeit auf dem Boot ist super, um sich gegenseitig kennen zu lernen.

Welche Sprache spricht man an Bord?
Wie man an der Historie von Rocket Science Sailing sieht, war ich schon mit Leuten aus vielen verschiedenen Nationen unterwegs. Ich finde das toll, es wird nie langweilig – es gibt immer wieder neue Gesprächsthemen, neue Perspektiven, neue Geschichten! Diese Mischung an Nationalitäten bedeutet natürlich auch, dass man jedes Mal wieder eine Sprache finden muss, mit der alle an Bord klar kommen. Bisher war das meistens Englisch oder Deutsch; ich biete aber auch Russisch an. Keine Sorge: Fehlendes Vokabular ist normalerweise kein Problem – am Anfang sind die Segelbegriffe sowieso für die meisten neu!

Was ist für dich das Beste am Segeln?

Die ungewöhnliche Perspektive, die man vom Wasser aus auf neue Orte hat, die entspannte Atmosphäre an Bord, die Faszination, eine alte Kunst fortzuführen, neue Freundschaften... mir fällt da viel ein. Zum Glück ist es nie lang hin bis zum nächsten Törn!



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